Ratgeber Gehwegreinigung

Saubere Fugen brauchen Geduld und das richtige Werkzeug

Zwischen Pflastersteinen und Gehwegplatten findet Unkraut fast immer einen Platz. Der Griff zum Unkrautvernichter liegt nahe, ist auf versiegelten Flächen aber nicht erlaubt. Es gibt bessere Wege, und eine regelmäßige Gehwegreinigung beugt vor.

Warum chemische Mittel tabu sind

Pflaster, Platten, Zufahrten und Gehwege gelten als versiegelte Flächen. Dort dürfen Pflanzenschutzmittel nach dem Pflanzenschutzgesetz grundsätzlich nicht eingesetzt werden. Der Grund liegt auf der Hand. Auf festen Belägen können die Wirkstoffe nicht im Boden abgebaut werden. Regen spült sie in die Kanalisation oder über die Ränder ins Erdreich und damit in Gewässer und Grundwasser. Das gilt für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen und Hausverwaltungen, und bei Verstößen drohen Bußgelder.

Auch Hausmittel wie Salz oder Essig sind keine Lösung. Sie schaden Boden und Pflanzen am Rand der Fläche und sind für diesen Zweck nicht zugelassen. Salz kann zudem Beton und manche Natursteine angreifen. Wer Unkraut dauerhaft loswerden möchte, kommt um mechanische oder thermische Verfahren nicht herum.

Woher das Unkraut kommt

In den Fugen sammeln sich Sand, Staub, Laubreste und Samen. Daraus entsteht mit der Zeit eine dünne Humusschicht, in der Pflanzen gut keimen. Besonders betroffen sind schattige und feuchte Bereiche, wenig begangene Randstreifen und Flächen mit breiten Fugen. Auch Ameisen lockern den Fugensand und schaffen Platz für Samen. Je regelmäßiger gekehrt wird, desto weniger Material bleibt in den Fugen liegen. Grünbelag und Moos finden dort ebenfalls ideale Bedingungen und machen die Platten bei Nässe glatt.

Übersicht

Verfahren gegen Unkraut im Vergleich

Die Übersicht ordnet die gängigen Verfahren nach Wirkung und Einsatz und zeigt, was auf versiegelten Flächen nicht erlaubt ist.

Verfahren gegen Unkraut in FugenMechanischFugenkratzer undFugenbürsteentfernt Wurzelansatzsehr gründlichThermischAbflammen, Infrarot,HeißwasserWurzel überlebt oftmehrmals im JahrHochdrucknur schonend undmit Abstandspült Fugensand ausFugen neu verfüllenChemischPflanzenschutzmittel,Salz oder Essigauf versiegeltenFlächen nicht erlaubtDanach Fugen mit geeignetem Material neu verfüllen und regelmäßig kehren
Schematische Übersicht, die Eignung hängt im Einzelfall von Belag, Fugenbreite und Unterbau ab.

Mechanische und thermische Verfahren

Die gründlichste Methode ist das mechanische Entfernen. Mit einem Fugenkratzer oder einer Fugenbürste lassen sich Pflanzen samt Wurzelansatz aus der Fuge holen. Auf größeren Flächen helfen motorisierte Fugenbürsten. Das Kehrgut sollte anschließend gründlich aufgenommen werden, damit Samen nicht wieder in die Fugen gelangen. Bei vielen Pflanzen ist das zeitaufwendig, aber die Wirkung hält am längsten an. Bürsten mit Stahlborsten sollten auf empfindlichen Natursteinen nur vorsichtig eingesetzt werden. Am leichtesten geht die Arbeit, solange die Pflanzen noch klein sind und der Boden etwas feucht ist.

Reinigungsmaschine bearbeitet einen glatten Bodenbelag

Abflammen und Heißwasser

Thermische Verfahren arbeiten mit Hitze. Beim Abflammen oder mit Infrarotgeräten platzen die Pflanzenzellen, die Pflanze stirbt in den folgenden Tagen ab. Heißwasser oder Heißschaum wirken ähnlich und lassen sich auch nahe an Hauswänden einsetzen. Die Wurzel überlebt jedoch oft, deshalb muss die Behandlung mehrmals im Jahr wiederholt werden. Bei Trockenheit ist mit offener Flamme Vorsicht geboten, weil trockenes Laub und Gras schnell Feuer fangen. Nahe an Kunststoff, Holz oder trockenen Hecken ist Heißwasser meist die sicherere Wahl.

Grünbelag und Moos auf Platten

Neben Unkraut in den Fugen bildet sich auf schattigen Flächen oft ein grüner Belag aus Algen und Moos. Er macht Platten bei Nässe rutschig und lässt sich mit Bürste und Wasser oder mit angepasstem Druck entfernen. Wichtig ist, die Ursache im Blick zu behalten. Wo Wasser lange stehen bleibt oder kaum Sonne hinkommt, kehrt der Belag schneller zurück.

Richten Sie den Hochdruckreiniger nicht direkt in die Fugen. Der Strahl spült den Fugensand aus, die Steine verlieren Halt und es entstehen neue Lücken für Unkraut.

Fugen nach der Reinigung neu verfüllen

Nach dem Entfernen fehlt oft ein Teil der Fugenfüllung. Leere Fugen sind ein ideales Saatbett. Deshalb sollten sie mit Fugensand oder einem geeigneten Fugenmaterial neu verfüllt werden. Wer hier spart, hat im nächsten Jahr wieder dieselbe Arbeit. Für Flächen, die dauerhaft pflegeleicht bleiben sollen, gibt es feste Fugenmörtel und wasserdurchlässige Fugenmaterialien. Welches Material passt, hängt vom Belag und vom Unterbau ab.

Vor dem Verfüllen müssen die Fugen sauber und möglichst trocken sein. Der Sand wird eingekehrt, überschüssiges Material abgekehrt und der Vorgang nach einigen Regentagen wiederholt, weil sich der Sand setzt. Feste Fugenmörtel eignen sich nicht für jeden Unterbau und können bei falschem Einsatz Risse oder Staunässe verursachen.

Regelmäßige Pflege statt großer Aktion

Am wirksamsten ist ein fester Turnus. Wer Flächen regelmäßig kehrt und junge Pflanzen früh entfernt, hat später deutlich weniger Arbeit. So bleibt kaum Nährboden, in dem neue Pflanzen keimen können. Im Rahmen unserer Gehwegreinigung beseitigen wir Unkraut in Fugen und Randbereichen und entfernen Grünbelag und Moos. Wir richten uns nach dem Belag und gehen schonender vor, wo Druck dem Material schaden könnte. Dabei setzen wir umweltschonende Technik ein.

Zwischen den Terminen können Sie selbst einiges tun.

  • Pflasterflächen regelmäßig kehren, besonders nach Laubfall und Blüte
  • junge Pflanzen herausziehen, bevor sie Samen bilden
  • dafür sorgen, dass Wasser gut abfließen kann
  • Fugen nachfüllen, sobald sich Lücken zeigen

Für Pflaster, Betonplatten und Natursteinflächen erstellen wir nach einer Besichtigung ein schriftliches Angebot. Dabei schätzen wir Belag, Fugen und Umgebung vor Ort ein. Die Kosten hängen von Größe, Belag, Verschmutzungsgrad, Zugänglichkeit und Turnus ab. Für besonders hartnäckige Verschmutzungen gibt es außerdem unsere Sonderreinigung. Sprechen Sie uns an.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Unkraut in Fugen

Ist Essig gegen Unkraut erlaubt?

Auf Pflaster und Platten nicht. Essig ist für diesen Zweck nicht zugelassen und gelangt mit dem Regen in Boden und Kanalisation. Mechanische oder thermische Verfahren sind auf versiegelten Flächen die richtige Wahl und schonen zugleich die Pflanzen am Rand.

Wie oft muss abgeflammt werden?

Die Hitze schädigt vor allem die oberirdischen Pflanzenteile, die Wurzel überlebt oft. Deshalb ist eine Wiederholung mehrmals im Jahr nötig. Kombiniert mit regelmäßigem Kehren und neu verfüllten Fugen sinkt der Aufwand mit der Zeit.

Schadet der Hochdruckreiniger dem Pflaster?

Direkt in die Fugen gerichtet spült er den Fugensand aus. Die Steine verlieren Halt und es entstehen neue Lücken für Unkraut. Wir richten uns nach dem Belag und gehen schonender vor, wo Druck dem Material schaden könnte.

Welcher Fugensand hilft gegen Unkraut?

Es gibt Fugensande und Fugenmörtel, die Unkraut weniger Halt bieten, darunter feste und wasserdurchlässige Varianten. Welches Material geeignet ist, hängt vom Belag und vom Unterbau ab. Lassen Sie sich dazu von einem Fachbetrieb für Pflasterarbeiten beraten.

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